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Angst vor dem Nein-Sagen verstehen – People Pleasing überwinden und Grenzen setzen lernen

Aktualisiert: 19. Aug.

Du willst leben, nicht nur funktionieren. Und doch sagst du Ja, wenn dein Körper längst Nein flüstert. Hinter dieser Angst vor Abgrenzung liegen oft alte Erfahrungen, negative Glaubenssätze und ein Nervensystem, das Sicherheit mit Zustimmung verwechselt. In dir wirkt ein kluges Überlebensmuster. Heute darfst du lernen, es zu verstehen – und es zu verwandeln. Sanft. Würdevoll. In deiner Zeit.




Erfahre, warum die Angst vor Abgrenzung so hartnäckig ist und wie sie entsteht."
Weshalb deine Angst vor Abgrenzung manchmal schwer zu lösen ist, erfährst du in diesem Blog-Artikel.


Eine Zusammenfassung für Eilige


  • Angst vor dem Nein-Sagen verstehen, People Pleasing überwinden und Fawn Response erkennen – für klare, würdige Abgrenzung ohne Selbstverrat.

  • Wo es herkommt: Wiederholte Beschämungen in der Kindheit prägen Glaubenssätze („Ich bin falsch, wenn ich Nein sage“); dein Nervensystem koppelt Sicherheit an Zustimmung.

  • Warum es hartnäckig ist: Anpassung war eine Überlebensstrategie. Willenskraft reicht selten – es braucht Nervensystem regulieren, Embodiment und neue, sichere Erfahrungen.

  • Typische Folgen: emotionale Abhängigkeit, verschwommene Grenzen, Harmoniezwang, Verantwortung für Gefühle anderer, Erschöpfung.

  • 5 Impulse: Selbstmitgefühl kultivieren; Embodiment mit Atem und Berührung; Gefühle und Glaubenssätze bewusst wahrnehmen; Halt in der Schwerkraft; Körpergrenzen regelmäßig abstreichen – so lernst du Grenzen zu setzen.

  • Nächster Schritt: Mit traumasensiblem Coaching Sicherheit in dir aufbauen, deinen Bindungsstil verstehen, Selbstliebe stärken und deine weibliche Urkraft entfalten.



Was du in diesem Artikel erfährst


1) wie die Angst vor dem Nein-Sagen und negative Glaubenssätze entstehen können 

2) weshalb Anpassungsstrategien und unterdrückte Gefühle schwer zu lösen sind 

3) wie du dich mit 5 Impulsen auf den Weg machst, die alte Angst vor Abgrenzung zu verändern





1) Wie die Angst vor dem "Nein sagen" und negative Glaubenssätze entstehen?


Stell dir ein Kind vor, sechs Jahre alt. Ein klares Nein wird öffentlich bestraft und beschämt. Mehrere solcher hoch-emotionalen, unaufgelösten Situationen prägen das Nervensystem. Später, als Erwachsene, fühlt sich Abgrenzung gefährlich an.

 

Die Geschichte von Anne

Mit sechs kam Anne in die Schule. Sie bekam für den Rechenunterricht einen Kasten mit farbigen, unterschiedlich langen Holzklötzen. Daraus baute sie einen Turm, auf den sie stolz war. An einem Sonntag kam Familie zu Besuch, die Cousine war dabei. Anne spielte mit den Klötzen und sollte sie teilen. Sie wollte nicht. Sie weigerte sich. Nach mehreren Androhungen sperrten die Eltern sie in die Abstellkammer. Chaos an Gefühlen, große Not. Was blieb, war Scham: die Angst, vor anderen gedemütigt zu werden; das Gefühl, kein Recht auf ihre eigenen Klötze zu haben; ausgeschlossen aus der Gemeinschaft; mit ihren Bedürfnissen und Grenzen nicht gesehen.


Welche Glaubenssätze können aus vielen solcher Erfahrungen wachsen?


- Ich bin falsch, wenn ich sage, was ich will. 

- Ich bin nur richtig, wenn ich mich um die Bedürfnisse anderer kümmere. 

- Wenn ich sage, was ich will, bin ich nicht liebenswert. 

- Ich habe kein Recht auf meine Bedürfnisse. 

- Was ich möchte oder kann, zählt nicht. 

- Ich muss meine Bedürfnisse für andere opfern. 

- Ich bin falsch, wenn ich Nein sage.


Welche Situationen haben in deinem Leben dazu geführt, dass du nicht Nein sagen kannst?





2) Warum Anpassungsstrategien und unterdrückte Gefühle schwer zu lösen sind


Menschen sind auf Bindung ausgerichtet. Babys überleben nur in Beziehung. Das Nervensystem lernt früh: „Wenn ich Zustimmung bekomme, bin ich sicher.“ Bleiben Bezugspersonen wiederholt unerreichbar, unberechenbar oder reagieren sie beschämend, erlebt das Kind Hochstress. Das Nervensystem stuft Beziehung als potenziell gefährlich ein.

 

In Annes Situation wurden Wut, Verlorensein, Enttäuschung, das Gefühl, den Boden zu verlieren, weggedrückt. Zurück blieben Schuld und Scham. Kampf oder Flucht waren als Kind nicht möglich. Also entstand Anpassung – eine Fawn Response: besänftigen, mitmachen, Gefühle verbergen, um Zugehörigkeit zu sichern. Dieses Muster ist stark, weil es einmal überlebenswichtig war. Es ist mit der Zeit zu einer zweiten Haut geworden.

 

Aus dieser Anpassung heraus zeigen sich später häufig:

- es anderen recht machen 

- Angst, dass andere „böse“ werden 

- sich klein machen 

- Erwartungen anderer scannen 

- für Harmonie sorgen, damit es allen gut geht 

- die Bedürfnisse anderer vor die eigenen stellen 

- Nein-Sagen vermeiden aus Angst vor Verlassenwerden

 

Diese Strategien haben dich geschützt. Darum fühlen sie sich so überzeugend an – und lassen sich nicht per Willenskraft „abschalten“. Sie brauchen Sicherheit im Körper, neue Erfahrungen und eine klare, liebevolle Begleitung.


Du machst dich auf den Weg, indem du freundlich zu dir bist.

Überlebensstrategien verwandeln sich mit Geduld, Zeit und Selbstmitgefühl. Es ist eine alte Angst, die du schrittweise verlernen kannst. Du musst dich nicht mehr zähmen. Du darfst dich halten.





5 Impulse, um ohne schlechtes Gewissen Nein zu sagen


  1. Entwickle Wohlwollen und Selbstmitgefühl 

Es ist verständlich, dass Abgrenzung unangenehm ist. Indem du Wohlwollen in dein Inneres sendest oder fließen lässt, gibst du dir selbst das Mitgefühl, das du damals gebraucht hättest. Wenn du magst, fange jetzt gleich an. Frage dich ganz ehrlich, ob du freundlich und wohlwollend mit dir sein kannst? Und beobachte, war in dir passiert.


  1. Nutze Embodiment, um dein Nervensystem zu beruhigen 

Wo im Körper spürst du Freundlichkeit oder Wohlwollen? Hat es Form oder Farbe? Berühre dich sanft am Oberarm, Nacken oder an den Wangen. So verkörperst du neue, beruhigende Impulse. Du beginnst einen körperorientierten Dialog – Nervensystem regulieren statt dich übergehen.


  1. Werde dir deiner Gefühle gewahr

Gibt es gerade eine Situation, in der du Nein sagen möchtest? Schreibe auf, was du befürchtest, wenn du Nein sagst. Welche Stimmen melden sich? Welche Gefühle? Gibt es auch unterstützende Impulse? Bewusstheit schafft Wahlfreiheit.


  1. Finde Halt in der Schwerkraft

Nutze die Schwerkraft als Ressource. Längeres Ausatmen, während du dir vorstellst, in die Schwerkraft zu sinken. Finde heraus, ob du sie im Stehen, Sitzen oder Liegen am besten spürst. Das Bild „Ich werde getragen“ gibt deinem Nervensystem Sicherheit.


  1. Spüre regelmäßig die Grenzen deines Körpers

Streiche morgens nach dem Aufstehen bewusst deine Körpergrenzen ab. Dieses einfache Ritual verfeinert deine Wahrnehmung für deine natürlichen Grenzen. Regelmäßig geübt, stärkt es dein klares Ja und dein ruhiges Nein.


Was das mit People Pleasing und Fawn Response zu tun hat

Wenn Zustimmung zur Bedingung für Sicherheit wurde, entsteht People Pleasing. Die Fawn Response ist die körperbasierte Wurzel dahinter. Du beruhigst andere, um dich selbst zu beruhigen. Heilung heißt: Sicherheit in dir aufbauen, statt sie durch Anpassung zu erkaufen. So löst sich emotionale Abhängigkeit. Du beginnst, Grenzen setzen zu lernen – als Akt der Würde, nicht als Kampf.

 

Sanfte Erinnerung

- Du bist nicht falsch. Dein Nervensystem war klug. 

- Deine Gefühle haben eine Daseinsberechtigung. 

- Du darfst dein inneres Kind halten und dich heute an erste Stelle setzen. 

- Schritt für Schritt entfaltet sich deine weibliche Urkraft – leise, klar, echt.


In Verbundenheit mit deiner inneren Kraft und deinem Wohlwollen können sich Gefühle von Ausgeliefertsein oder Hilflosigkeit langsam wandeln.

Fazit

Eine freundliche Frau steht vor anderen Menschen, die die Hände nach ihr ausstrecken
Im traumasensiblen Coaching erfährst du, wie es ist, sich nicht mehr zu zähmen.


Abgrenzung wird immer leichter, wenn dein Körper Sicherheit kennt. Mit Embodiment, Selbstmitgefühl und klaren, kleinen Schritten beginnst du, People Pleasing zu überwinden.


Du lernst, Nein zu sagen, ohne die Verbindung zu verlieren – vor allem die zu dir.


Wenn du dir Begleitung wünschst, findest du im traumasensiblen Coaching einen sicheren Raum, in dem du dich nicht mehr zähmen musst, um geliebt zu sein.





Feuerherzliche Grüße, Gabriele



Über die Autorin:

Gabriele Westermann ist Feuerherzfrau, NI Traumacoachin und somatische Prozessbegleiterin. Sie unterstützt Frauen, die nach außen stark wirken und sich innerlich anpassen, dabei, People Pleasing und Fawn Response zu lösen, ihr Nervensystem zu beruhigen und klare Grenzen zu leben. Mit Empathie, Erfahrung und traumasensiblem Fachwissen öffnet sie einen sicheren Raum für Selbstliebe, Würde und weibliche Urkraft – damit aus Selbstzweifeln gelebte Authentizität wird. Du spürst den Ruf? Mehr unter www.feuerherzfrau.de

 
 
 

Kommentare


Folge dem Ruf deines Feuerherzens!

Traumasensibles Coaching und somatische Prozessbegleitung für Frauen,
die sich aus alten Mustern befreien und ihre weibliche Urkraft leben möchten.

 

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  • Weites Herz - Klare Grenzen

  • Freundschaft schließen mit deinem Nervensystem

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Aufklärung:

Ich bin keine Ärztin oder Heilpraktikerin. Ich erstelle keine Diagnosen und gebe keine Heilversprechen ab. Traumasensible Coachings und meine Gruppenangebote ersetzen nicht die Behandlung durch einen Arzt, Psychologen oder Heilpraktiker, sind jedoch eine wertvolle Ergänzung zu laufenden Behandlungen und unterstützen die Selbstheilungskräfte. Laufende ärztliche Behandlungen und Anordnungen sollen weitergeführt, bzw. künftige nicht hinausgeschoben oder unterlassen werden. Falls du Gesundheits- oder psychische Probleme hast, empfehle ich dir einen Arzt*in, Psychotherapeut*in oder Heilpraktiker*in deiner Wahl zu Rate zu ziehen.

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