Wie helfen Impathie und Selbstmitgefühl, People Pleasing und Fawn Response zu verändern?
- feuerherzfrau
- 19. Okt. 2023
- 9 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 8 Stunden
EssenzboxEssenz in einem Satz: Impathie und Selbstmitgefühl sind Schlüssel, um People Pleasing und Fawn Response zu verändern – und deine Lebenskraft wieder bei dir zu verankern. Warum das wichtig ist: Viele Frauen verlieren sich in der Fürsorge für andere und begegnen sich selbst mit Strenge statt Mitgefühl. Selbstmitgefühl öffnet dein Herz, verbindet dich mit deinem Fürsorgesystem und reguliert dein Nervensystem – so wird ein freundlicher Zugang zu dir wieder möglich. Dein Gewinn:
Merksatz:
Selbstmitgefühl reguliert dein Nervensystem – weil du aufhörst, gegen dich zu kämpfen.
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Da ist dieses kleine Zögern, kurz bevor du antwortest.
Du spürst: Ich will nicht.
Und dann kommt Schuld – so schnell, dass du wieder Ja sagst, bevor du dich halten kannst.
Später folgt die zweite Welle: die Vorwürfe gegen dich selbst, weil du schon wieder nicht Nein gesagt hast.
Erst mitfühlen – mit dir.
Damit du dich nicht selbst anklagst.
Impathie (Selbstwahrnehmung / innere Empathie) ist der Moment, in dem du dich wirklich spürst. Selbstmitgefühl ist der Moment, in dem du dich dafür nicht verurteilst. Und genau dort beginnt Veränderung.
Impathie ist die Fähigkeit, deine eigene Innenwelt bewusst wahrzunehmen, zu spüren und zu verstehen.
Merksatz: Selbstmitgefühl heißt: mit dir mitfühlen – besonders dann, wenn es schwer ist.
Wenn du so mit dir bist, brauchst du dich nicht über Härte anzutreiben. Innen wird es einen Ton ruhiger – und du findest leichter zurück zu dir: klar, weich, würdevoll.

Das Wichtigste in 3 Minuten
Woran du People Pleasing erkennst: Du sagst „Ja“, obwohl dein Körper „Nein“ sagt – und fühlst dich danach leer, gereizt oder hart zu dir.
Was Fawn Response im Kern ist: Ein Schutzreflex, der Nähe und Harmonie herstellt, wenn dein System Gefahr spürt (Konflikt, Enttäuschung, Distanz).
Was Impathie dir gibt: Du bemerkst früher, was in dir passiert – Enge, Druck, Wunsch zu erklären – bevor du dich automatisch anpasst.
Was Selbstmitgefühl verändert: Du bleibst freundlich an deiner Seite, wenn Schuld, Angst oder Scham auftauchen – statt dich zu treiben oder zu verurteilen.
Was dadurch möglich wird: Grenzen setzen ohne Härte. Ein echtes Ja. Ein klares Nein. Mehr Lebenskraft, weil du dich nicht mehr verlässt.
Der kleinste erste Schritt: Ausatmen, nach innen spüren, einen Satz Wahrheit wählen: „Ich brauche kurz Zeit.“ / „Heute nicht.“ / „Ich melde mich.“
Merksatz: Du musst nicht härter werden, um frei zu sein – du musst dir näher kommen.
Inhalte, die dich zurück in deine Lebenskraft führen
1. Warum hast du mehr Mitgefühl mit anderen als mit dir selbst?
Wenn du dich dabei ertappst, dass du anderen sofort Verständnis, Trost und Zuwendung schenkst, dir selbst aber Härte, Kritik und Druck entgegensetzt, dann liegt das nicht an fehlender Selbstdisziplin. Im Gegenteil: Es zeigt, dass du einst gelernt hast, deine eigene innere Stimme zu unterdrücken, um geliebt und akzeptiert zu werden.
People Pleasing ist selten „nett sein“. Es ist häufig ein Schutzmuster. Dein Nervensystem hat früh gemerkt: Harmonie senkt Spannung. Und Spannung fühlt sich für viele Körper wie Gefahr an.
People Pleasing ist ein Anpassungsmuster, bei dem du eigene Bedürfnisse zurückstellst, um Konflikte oder Ablehnung zu vermeiden.
Und ja: Das kostet Lebenskraft. Nicht sofort. Aber schleichend. Denn jedes Mal, wenn du dich selbst übergehst, wird innen etwas leiser.
Merksatz: Was dich früher geschützt hat, kann dich heute von dir trennen.
2. Was unterscheidet Empathie, Impathie und Selbstmitgefühl wirklich?
Empathie ist dein Blick nach außen: Du spürst andere, verstehst Zwischentöne, nimmst Stimmungen wahr. Das ist eine Gabe.
Impathie ist dein Blick nach innen: Du spürst dich. Du nimmst wahr, was in deinem Körper passiert, welche Gefühle auftauchen, welche Bedürfnisse sich melden.
Selbstmitgefühl entsteht aus Impathie. Es ist die liebevolle Haltung dir selbst gegenüber – gerade dann, wenn du leidest oder dich herausgefordert fühlst.
Definition: Impathie ist die Fähigkeit, deine eigene Innenwelt bewusst wahrzunehmen, zu spüren und zu verstehen. Merksatz: Selbstmitgefühl entsteht aus Impathie und ist die liebevolle Haltung dir selbst gegenüber – gerade dann, wenn du leidest oder dich herausgefordert fühlst.
Unterscheidung: Empathie verbindet dich mit anderen – Impathie verbindet dich mit dir.
3. Wie verändert Selbstmitgefühl People Pleasing und Fawn Response?
Stell dir vor, du sagst Nein. Früher schießt sofort etwas in dir hoch: Schuld, Angst, der Impuls zu erklären. Dein Nervensystem kennt Nein als Risiko. Es will dich schützen.
Selbstmitgefühl macht diese Gefühle nicht weg. Es verändert deine Haltung zu ihnen. Du bleibst an deiner Seite, während es wackelt. Du atmest, spürst, und du musst dich nicht mehr beschämen, um „funktionieren“ zu können.
Ein Satz, der oft hilft: „Ja, das ist schwer. Mein Körper reagiert auf alte Gefahr. Ich bleibe bei mir.“
Selbstmitgefühl reguliert dein Nervensystem. Du gibst dir Sicherheit, statt dich innerlich zu treiben.
Merksatz: Dein Nein wird möglich, wenn du dich innerlich nicht mehr verlässt.
4. Welche 4 Stufen der Impathie bilden dein inneres Fundament?
Impathie lässt sich entwickeln – und sie ruht auf vier Stufen (nach Dr. Stefanie Neubrand):
1. Aufmerksamkeit: Du lenkst deine Wahrnehmung bewusst nach innen und stärkst so deine Selbstwahrnehmung – einen wichtigen Resilienzfaktor.
2. Meta-Position: Du trittst einen Schritt zurück und beobachtest deine Gefühle, ohne von ihnen überflutet zu werden.
3. Verständnis für das eigene Erleben: Du schenkst dir Zeit und Raum, um deine Emotionen und inneren Anteile besser zu verstehen.
4. Annehmende Haltung: Du nimmst dich mit Offenheit und Akzeptanz an, auch wenn es schwerfällt – das ist heilsam und erweitert deine Handlungsfähigkeit
Impathie entfaltet sich nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf und vertieft deine Fähigkeit, dich selbst wahrzunehmen. Von der ersten Aufmerksamkeit für deine Innenwelt über die innere Beobachterposition bis hin zum tiefen Verständnis und zur annehmenden Haltung: Jede Stufe stärkt dein Fundament, damit Selbstmitgefühl und innere Kraft wachsen können.
Impathie schafft Wahlfreiheit. Du bemerkst früher, was in dir passiert.
Merksatz: Impathie ist der Raum zwischen Reiz und Reaktion.

Impathie als Schlüssel zu deinem inneren Garten
Dein Inneres ist wie ein Garten: manches wächst, manches ist verwildert, manches ist verletzt.
Impathie bemerkt, was gerade da ist.
Selbstmitgefühl sorgt dafür, dass du dich dafür nicht beschämst.
So wird möglich, dich zu pflegen, statt dich zu treiben.
5. Wie sieht eine echte Veränderung im Alltag aus?
(Anonymisiert und sinngemäß aus meiner Arbeit.)
Lea lernte in unserer gemeinsamen Zeit, ihre verletzten inneren Anteile wahrzunehmen und Mitgefühl für sie zu entwickeln. So entstand in ihr ein Raum zwischen „Ich“ und „mein Gefühl“ – sie erkannte, dass sie ihre Gefühle fühlen kann, ohne von ihnen überwältigt zu werden.
Dieses wachsende Containment gab ihr Mut, Ängste anzuschauen, Grenzen zu setzen und offener für ihre eigenen Bedürfnisse – und die ihrer Kinder – zu werden. Selbstmitgefühl wurde dabei eine tragende Säule ihrer Veränderung und half ihr, immer klarer zu sich zu stehen.
Merksatz: Selbstmitgefühl bedeutet, Gefühle wahrzunehmen, ohne dich mit ihnen zu identifizieren.
6.Welche 3 Tools stärken Selbstmitgefühl im Alltag?
1) Was ist SIFTing – und wie wird es dein Kompass?
SIFTing ist eine einfache Praxis, die dich zurück in Selbstkontakt bringt – besonders dann, wenn du merkst, dass du dich gerade anpasst oder innerlich hart wirst. Du richtest deine Aufmerksamkeit nach innen, ohne Druck und ohne Bewertung.
SIFT steht für:
Sensations – Körperempfindungen
Images – innere Bilder
Feelings – Gefühle
Thoughts – Gedanken
Nimm dir täglich zwei Minuten und frage dich – langsam, freundlich, Schritt für Schritt: Welche Körperempfindungen spüre ich gerade? Welche inneren Bilder tauchen auf? Welche Gefühle zeigen sich? Welche Gedanken begleiten sie?
Allein dadurch entsteht Abstand: Du bist nicht mehr mit dem Gefühl verschmolzen, du kannst es halten. Und genau das ist Achtsamkeit – als Rückkehr.
Merksatz: Achtsamkeit beginnt dort, wo du dich wieder wahrnimmst.
2) Was sind die 3 Säulen des Selbstmitgefühls nach Kristin Neff?
Selbstmitgefühl lebt von drei kraftvollen Säulen:
Achtsamkeit: Gefühle wahrnehmen, ohne Drama.
Gemeinsames Menschsein: Erkennen, dass niemand perfekt ist.
Selbstfreundlichkeit: zu dir sprechen wie zu deiner besten Freundin.
1. Achtsamkeit – im Hier und Jetzt mit dir sein
Achtsamkeit versetzt dich in die Lage, dich deinem Leben von Moment zu Moment zuzuwenden. Du nimmst deine Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wahr – ohne inneren Widerstand, ohne sie verändern zu müssen. Die SIFTing-Übung ist eine super Einstimmung darauf.
2. Gemeinsames Menschsein – du bist nicht allein
Niemand ist perfekt, und jeder Mensch macht Fehler. Wenn du erkennst, dass Zweifel, Unsicherheit oder Schmerz Teil der menschlichen Erfahrung sind, entsteht Verbundenheit statt Isolation. Das nimmt Druck aus dem System.
3. Selbstfreundlichkeit – sei deine beste Verbündete
Wenn du einen Fehler machst, unangenehme Gefühle fühlst oder deinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wirst, taucht schnell Selbstkritik auf. Selbstfreundlichkeit bedeutet, dir Wärme, Akzeptanz und Mut zu schenken – so, wie du es für eine gute Freundin tun würdest.
Selbstfreundlichkeit ist der Moment, in dem du aufhörst, dich innerlich zu bestrafen. Merksatz: Selbstmitgefühl heißt: Ich bleibe an meiner Seite – besonders dann, wenn es schwer wird.
Willst du erste Schritte als sicheren Einstieg?
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3) Selbstcoaching mit deinen inneren Anteilen
Unsere Psyche ist ein lebendiges Gefüge aus verschiedenen inneren Stimmen und Anteilen. Manche schützen dich, andere sind verletzt und brauchen Heilung.
Nimm ein Blatt Papier und zeichne in die Mitte einen Kreis, der dich symbolisiert. Schreibe rundherum die inneren Anteile, die sich zu einer bestimmten Situation melden – sowohl die unterstützenden als auch die verletzten.
Führe einen liebevollen, interessierten Dialog mit diesen Anteilen:
- Wie geht es dir?
- Was möchtest du mir sagen?
- Wovor schützt du mich?
- Was kann ich für dich tun?
Diese Übung fördert Impathie und Selbstmitgefühl und hilft dir, deine inneren Anteile und Konflikte zu verstehen und zu integrieren – eine wichtige Basis für klare Grenzen.
7. Warum ist Selbstmitgefühl Würde und Lebenskraft?
Vielleicht hast du versucht, dich durch Disziplin, Erfolg oder Perfektion endlich wertvoll zu fühlen. Doch all das macht dich abhängig von äußeren Stimmen. Selbstmitgefühl dagegen gibt dir etwas, das dir niemand nehmen kann: Würde.
Würde bedeutet, dass du dir selbst gehörst. Dass du dich nicht länger verkaufst, um geliebt zu werden. Dass du deine Kanten, dein Feuer, deine Widersprüchlichkeit annimmst – und genau darin deine Echtheit findest.
Das ist die eigentliche Transformation: Nicht mehr funktionieren, sondern leben. Nicht mehr anpassen, sondern gestalten. Nicht mehr zähmen, sondern leuchten.
Merksatz: Du gehörst dir. Punkt.
8. Welcher Weg bringt dich zurück zu dir?
Stell dir zwei Wege in dir vor.
Der alte Weg ist schnell und vertraut: Du spürst Spannung. Dein Körper zieht sich zusammen. Und du sagst „Ja“, damit es ruhig bleibt. Kurz wird es leichter. Später kommt der Preis: Müdigkeit, Leere, dieser leise Ärger auf dich selbst.
Der neue Weg beginnt im Kleinen:
Du merkst die Enge. Du atmest aus. Du bleibst freundlich bei dir. Und dann wählst du Wahrheit – manchmal nur in einem Satz: „Ich brauche kurz Zeit.“ „Heute nicht.“ „Ich melde mich.“
So entsteht Veränderung: nicht als Leistung, sondern als Selbstkontakt.
Merksatz: Deine Lebenskraft wächst dort, wo du dich nicht mehr verlässt.

9. Fazit & Einladung
Empathie macht dich feinfühlig.
Impathie macht dich wahrhaftig.
Selbstmitgefühl macht dich frei.
Wenn du spürst, dass es Zeit ist, People Pleasing und Fawn Response nicht nur zu verstehen, sondern wirklich zu verändern, begleite ich dich gern.
Ich begleite Frauen in Lüneburg und online – traumasensibel, körperorientiert.
Buche dein traumasensibles Coachinggespräch und wir klären, was du brauchst – und ob mein Ansatz dich gut trägt. (Ohne Druck. In deinem Tempo.)
Von Herz zu Herz, Gabriele
Über die Autorin:
Ich bin Gabriele Westermann, Feuerherzfrau – und ich begleite Frauen traumasensibel und körperorientiert zurück in Selbstkontakt, Würde und Lebendigkeit. In meiner Arbeit verbinde ich Nervensystemwissen, Embodiment und eine klare, seelennahe Sprache. Ich arbeite in meiner Praxis und online. Und ich glaube: In jeder Frau lebt eine Feuerherzfrau – manchmal gezähmt, manchmal leise, aber nie verloren.
Als NI-Traumacoachin und somatische Prozessbegleiterin arbeite ich mit Embodiment, Nervensystemwissen und traumasensibler Prozessbegleitung.
Häufige Fragen zu Impathie, Selbstmitgefühl und Fawn Response
01 Was ist Impathie? (Selbstwahrnehmung einfach erklärt)
Impathie heißt: nach innen spüren. Du nimmst wahr, was in deinem Körper passiert, welche Gefühle da sind und was du brauchst.
So merkst du früher, wann du dich gerade anpasst.
02 Was ist Selbstmitgefühl? (einfach erklärt)
Selbstmitgefühl heißt: mit dir mitfühlen, statt dich zu verurteilen.
Nicht schönreden – nur freundlich bleiben, wenn es schwer ist.
03 Was ist die Fawn Response?
Die Fawn Response ist eine Unterwerfungsreaktion auf Stress: Du wirst sehr freundlich, stimmst zu, passt dich an, damit es sicher bleibt. Oft passiert das automatisch, besonders bei Konflikt, Ablehnung oder Distanz.
Veränderung beginnt, wenn du es (im Körper) bemerkst – und dich dafür nicht anklagst.
04 Was ist People Pleasing? (woran erkenne ich es?)
People Pleasing heißt: Du sagst Ja, obwohl in dir ein Nein ist – weil du niemanden enttäuschen willst oder Angst vor Spannung hast.
Danach fühlst du dich oft leer, gereizt oder streng mit dir. Es kann aus Fawn entstehen – muss aber nicht.
05 Wie sage ich Nein ohne Schuldgefühle?
Wenn du Nein sagen willst, kommt oft sofort Schuld.
Selbstmitgefühl heißt: Ich mache mich dafür nicht fertig.
Dann musst du dich nicht mit Erklärungen retten – und kannst klar bleiben.
06 Kann man Selbstmitgefühl lernen/trainieren?
Ja. Du kannst Selbstmitgefühl lernen – in kleinen, wiederholten Schritten.
Übungen wie SIFTing oder die drei Säulen nach Kristin Neff geben dir Struktur, ohne Druck zu machen. Wichtig ist nicht Länge, sondern Freundlichkeit: kurz, regelmäßig, in deinem Tempo.
07 Ist Coaching eine Therapie?
Nein. Coaching ersetzt keine Psychotherapie oder medizinische Behandlung.
Es kann dich begleiten, Muster zu verstehen, dich im Körper wiederzufinden und neue Schritte zu gehen – in deinem Tempo.


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